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Sechster „Health Circle“ der Initiative Gesundheitswirtschaft:
"Neue Wege in der Pflege – Wo liegen die Engpässe?"


Potsdam, 03.09.2014
Unter dem Titel „Neue Wege in der Pflege“ begrüßte Jürgen Waldheim, Stellv. Vorstandsvorsitzender der IGW-BB, in Potsdam namhafte Politiker und Experten aus dem Pflegebereich zum sechsten „Health Circle“ der Initiative Gesundheitswirtschaft Brandenburg e.V. (IGW-BB). Es wurden zentrale Fragen der Pflegebranche diskutiert: Welche Verbesserungsansätze gibt es in der Pflege? Wo liegen die Engpässe?
An der Diskussionsrunde im Kutschstall-Ensemble nahmen der brandenburgische Sozialminister Günter Baaske, der Geschäftsführer der Havelland-Kliniken, Jörg Grigoleit, Sven Rohde, Geschäftsführer der Jedermann Gruppe e.V., Prof. Nikolaus Fuchs, geschäftsführender Gesellschafter der Lexington Consulting GmbH sowie Elimar Brandt, Vorsitzender der neu gegründeten PflegeZukunfts-Initiative e.V., teil.

Ca. 80% der Menschen in Brandenburg werden immer noch zuhause gepflegt.

Die Diskutanten waren sich einig, dass die Aufnahme in ein stationäres Pflegeheim der letzte Schritt in der Pflegepyramide sein sollte, alte Menschen in ihrem Alltag zu unterstützen. Wohlgleich dürften die stationären Einrichtungen nicht zu kurz kommen, so Herr Grigoleit. Entscheidend sei die Frage, was zu welchem Zeitpunkt komme. 

„Leben“ sei das Wichtigste, bekräftigte Herr Rohde und das heiße, so lange wie möglich in der eigenen Wohnung zu bleiben. Damit dies gelinge, müsse auch die Distanz zwischen den Pflegeprofis und den Angehörigen abgebaut werden, damit diese Hand in Hand arbeiten können.

Die Beratung der Angehörigen durch Beratungsstellen und Pflegestützpunkte liefe schon gut, müsse aber ausgebaut werden. Minister Baaske äußerte, dass da ein riesiger Blumenstrauß an zusätzlichen Aufgaben auf die Pflegestützpunkte zukommen werde.

Ein weiteres Thema war die Notwendigkeit innovativer Konzepte für die ländlichen Gegenden Brandenburgs, in denen es gar keinen Markt gibt, der Angebot und Nachfrage regelt. Hier bräuchte es ein ganzheitliches Denken und einen politischen, steuernden Ansatz. Eine fehlende Steuerung sei volkswirtschaftliche Verschwendung.

Prof. Fuchs betonte, dass die jeweiligen Angebote vor allem finanziell, organisatorisch und personell machbar sein müssten.

Den größten Bedarf gebe es bei den Themen Mobilität und Wohnen. Minister Baaske berichtet in diesem Zusammenhang von bestehenden, erfolgsversprechenden Projekten, betreute Wohngemeinschaften in Brandenburg zu bauen. Dies sei ein guter und wichtiger Trend zur Betreuung alter Menschen in deren persönlichen Umfeld.

Die Fachkräftesicherung war ein weiteres zentrales Thema der Diskussion. Die Prognose zeige, dass die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in Brandenburg von aktuell knapp 96.000 bis zum Jahr 2030 auf etwa 162.000. Das seien 70 Prozent mehr Pflegebedürftige. Daraus würde sich ein erheblicher Bedarf an Pflegepersonal ergeben: Bei den ambulanten Diensten von derzeit 12.500 Beschäftigten auf 21.000, in der stationären Versorgung von 16.400 auf über 33.000 Beschäftigte. Das wiederum sei eine Zunahme von über 86 Prozent mehr Beschäftigte. Dieser zusätzliche Bedarf könne gar nicht gedeckt werden. Daher sei es auch ganz entscheidend, neben gestal-tenden und präventiven Maßnahmen zur Vermeidung von immer mehr Pflege, die bestehenden Fachkräfte zu halten und das vorhandenen Geld intelligent und fair einsetzen. 

Der Schuh drücke in der Wertschätzung bei schwierigen Arbeitsbedingungen und auch in der Vergütung. Das habe eine Umfrage der PflegeZukunfts-Initiative e.V. ergeben, so deren Vorsitzender und Moderator des Abends, Elimar Brandt.

Eine unterstützende Führung sowie flexible und gute Arbeitsbedingungen seien wichtige Anreize für die Pflegemitarbeiter. 

Die Diskutanten waren sich einig, dass man in vielen Bereichen auf einem guten Weg sei und sowohl privates und bürgerschaftliches Engagement als auch politisch gesteuerte Ansätze und Konzepte von zentraler Bedeutung für eine erfolgreiche und zukunftsorientierte Umsetzung des wachsenden Pflegebedarfs in Brandenburg seien.

Jürgen Heese, Vorstandsvorsitzender der IGW-BB, lud die Gäste nach ei-nem Schlusswort zu einem Get-Together ein.

Weitere Informationen unter www.healthcapital.de

PDFPressinformation vom 03.09.2014 (28 KB)





 




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