Foto Presse
 Zweiter „Health Circle“ der Initiative Gesundheitswirtschaft
Kontroverse Debatte um geplante medizinische Hochschulen in Brandenburg

Potsdam, 16.05.2012

Mit einem kontroversen Thema und hochkarätigen Gästen hat die Initiative Gesundheitswirtschaft Brandenburg ihre neue Veranstaltungsreihe „Health Circle“ fortgesetzt. „Ist eine medizinische Hochschule in Brandenburg sinnvoll und realisierbar?“ lautete die Frage am gestrigen Abend in Potsdam.

Durch mittlerweile zwei Initiativen zur Gründung einer medizinischen Hochschule bzw. Fakultät wird die Anfang der 1990er-Jahre auf Empfehlung des Wissenschaftsrates zwischen Berlin und Brandenburg getroffene Vereinbarung, die Hochleistungsmedizin inklusive Ausbildung in der Hauptstadt zu konzentrieren und die Reha-Einrichtungen im Märkischen zu fördern, in Frage gestellt. Die Medizinerausbildung könne ein Beitrag zur Sicherung des Ärztenachwuchses sein, argumentieren die Initiatoren. Von Seiten der Landesregierungen wird die grundlegende Arbeitsaufteilung zwischen Berlin und Brandenburg weiter verfolgt, wie der brandenburgische
Wissenschafts- und Forschungsstaatssekretär Martin Gorholt beim „Health Circle“ erklärte.

Kürzlich hatte bereits Gesundheitsministerin Anita Tack dargelegt, warum medizinische Fakultäten kein Garant für eine bessere Ärzteversorgung sind. Ein Blick ins nördliche Nachbarland beweist: Trotz der Medizinerausbildung an den Universitäten Rostock und Greifswald hat auch Mecklenburg-Vorpommern mit dem „Ärztemangel“ zu kämpfen. Die Debatte im „Health Circle“ machte deutlich, dass Brandenburg andere Ansätze benötigt, um den künftigen Problemen in der ärztlichen Versorgung in der Fläche zu begegnen.
Neben Staatssekretär Gorholt sprachen sich auch der Charité-Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. med. Karl Max Einhäupl und Ministerialdirektor Weding von Heyden als ehemaliger Generalsekretär des Wissenschaftsrates dafür aus, die Aufgabenteilung zwischen Berlin und Brandenburg weiter zu verfolgen. Prof. Einhäupl äußerte seine Bedenken hinsichtlich der finanziellen und organisatorischen Herausforderungen, um den Anspruch einer medizinischen Universität an Forschung und Lehre in Brandenburg gerecht zu werden.
Unter der Moderation von Elimar Brandt stellten sich die Initiatoren einer Medizinerausbildung in Brandenburg offen dieser Kritik in der Villa Arnim in Potsdam:

Prof. Dr. med. Johannes Albes, Chefarzt des Herzzentrums der Immanuel Diakonie Bernau, und Lutz Ausserfeld, Verwaltungsdirektor des Evangelischen Diakonissenhauses Berlin Teltow Lehnin, präsentierten die Pläne des „Verbundes christlicher Kliniken in Brandenburg“, wonach bereits im kommenden Herbst eine medizinische Hochschule in Frankfurt (Oder) starten soll. Der Chefarzt der Ruppiner Kliniken, Prof. Dr. Dieter Nürnberg steht für die Initiative öffentlicher Kliniken in Neuruppin, Brandenburg/Havel und Cottbus, eine gemeinsame Medizinerausbildung zu etablieren. „Wir sind uns der Herausforderung bewusst, wir haben unser Vorhaben deshalb solide geplant.“ Die „Medizinische Hochschule Brandenburg Theodor Fontane“ will voraussichtlich 2013/2014 die ersten Studierenden aufnehmen. Die Initiatoren wollen dabei Wert auf eine starke Praxisorientierung des Studiums legen sowie im Bereich der Versorgungsforschung die spezifischen Brandenburger Bedürfnisse berücksichtigen, so Prof. Nürnberg.

PDFDownload der Presseinfo (46 KB)





Initiative Gesundheitswirtschaft Brandenburg e.V. | Schlaatzweg 1 | 14473 Potsdam
Telefon 0151 14358549 | info@igw-bb.de